
Zählbezirke festlegen: Zonenplan, Reihenfolge und Lückenkontrolle
Jeder Lagerplatz gehört zu genau einem Zählbezirk. Einteilung, Reihenfolge und Lückenkontrolle sorgen dafür, dass nichts doppelt oder gar nicht gezählt wird.
Am Zähltag gibt es zwei Arten von Fehlern, die kein Zählteam allein bemerkt: Plätze, die niemand gezählt hat, und Plätze, die zwei Teams gezählt haben. Beide entstehen, wenn die Einteilung des Lagers unklar ist. Die Lösung heißt Zählbezirke: Jeder Lagerplatz gehört zu genau einem Bezirk, jeder Bezirk hat eine Liste, ein Team und eine Reihenfolge. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie den Zonenplan aufbauen, den Zählweg festlegen und mit einer Lückenkontrolle sicherstellen, dass nichts doppelt oder gar nicht gezählt wird.
Regeln für die Einteilung
- Ein Bezirk entspricht dem, was ein Team in einem Zeitblock schafft. Als Richtwert gelten 150 bis 200 Zählpositionen, bei 40 Positionen pro Stunde also etwa vier bis fünf Stunden.
- Die Grenzen sind physisch: Gang, Regalreihe oder Raum, nicht „alle Schrauben“. Wer nach Artikelgruppen teilt, zählt dieselbe Fläche mit mehreren Teams.
- Die Grenzen sind sichtbar markiert, etwa mit Schild oder Absperrband.
- Auch Orte außerhalb der Regale sind eigene Bezirke: Bodenlager, Kühlraum, Außenfläche, Container, Werkstatt, Büro, Showroom.
- Jeder Bezirk erhält eine Kennung (A, B, C) in der Reihenfolge des Zählwegs.
Ein fiktives Beispiel: 2.880 Zählpositionen, aufgeteilt in Bezirke zu je 160 Positionen, ergeben 2.880 ÷ 160 = 18 Bezirke. Bei sechs Teams übernimmt jedes drei Bezirke, rund 12 Stunden Erstzählung (3 × 4 Stunden), also anderthalb Schichten. Die Zweitzählung braucht noch einmal denselben Aufwand.
Die Reihenfolge festlegen
Der Zählweg ist ein vorgegebener Rundgang: Gang für Gang, im Regal von links nach rechts und von oben nach unten oder umgekehrt, aber immer gleich. Die Teams starten an unterschiedlichen Enden, damit sie sich nicht im Gang begegnen. Bei der Zweitzählung wechselt die Richtung, und es zählt ein anderes Team. Sensible oder wertvolle Bereiche werden zuerst gezählt, solange die Konzentration hoch ist. Gezählte Bezirke werden sichtbar als „gezählt“ gekennzeichnet, mit Uhrzeit und Teamkürzel, und Bewegungen in ihnen werden getrennt festgehalten.
Die Lückenkontrolle
Grundlage ist ein Verzeichnis aller Lagerplätze, möglichst aus dem System und durch eine Begehung ergänzt. Jede Zählliste nennt die Plätze, die sie enthält. Nach der Zählung werden die Listen Platz für Platz gegen das Verzeichnis abgeglichen. Wichtig: Der bloße Vergleich der Zeilenzahl genügt nicht, denn eine Lücke und eine Doppelzählung heben sich dabei gegenseitig auf.
Ein fiktives Beispiel: Der Plan hat 2.880 Plätze. Die Auswertung der Listen ergibt 2.866 Plätze, die genau einmal vorkommen, 6 Plätze auf zwei Listen und 8 Plätze auf keiner (2.866 + 6 + 8 = 2.880). Die Listen enthalten zusammen 2.866 + 12 = 2.878 Zeilen und weichen von der Planzahl nur um 2 ab. Der Zeilenvergleich meldet daher fast „in Ordnung“, obwohl 8 Plätze ungezählt und 6 doppelt gezählt sind. Erst der Abgleich je Platz findet beides.
Typische Ursachen: neu eingerichtete Plätze, die im Verzeichnis fehlen, Plätze an der Bezirksgrenze, Plätze hinter einer Tür, im Büro oder auf dem Hof sowie leere Plätze, die niemand eingetragen hat. Leere Plätze werden mit „leer“ bestätigt.
Abschlussrundgang
Bevor die Zählung als abgeschlossen gilt, gehen Zählleiter und eine zweite Person alle Bezirke ab. Sie prüfen, ob jeder Bezirk als gezählt gekennzeichnet ist, ob Ware im Gang oder auf Grenzflächen steht und ob Etiketten oder Plätze fehlen. Das Ergebnis steht im Protokoll.
Fazit
Ein klarer Zonenplan mit Reihenfolge und Lückenkontrolle macht aus der Zählung ein geschlossenes System: Jeder Platz hat einen Bezirk, jeder Bezirk eine Liste. AuditMaster legt vor jedem Einsatz Zonen und Zählweg fest und kennzeichnet auf Wunsch Regale und Lagerplätze, als Grundlage für jede Zählung.